Reinigung einer Ikone

Ein zentraler Schwerpunkt bei der Erhaltung der Ikone (Die Taufe Christi) lag in der behutsamen Reinigung der Farboberfläche. Über die Jahrzehnte hatte sich eine sehr starke Verschmutzung auf dem Kunstwerk abgelagert, welche die ursprüngliche Leuchtkraft der Farben und die feinen Details der Malerei massiv beeinträchtigte.

Die mechanische Trockenreinigung

Der Reinigungsprozess erfolgte in mehreren, aufeinander aufbauenden Phasen. Zunächst wurde die Oberfläche im Rahmen einer Trockenreinigung von lose aufliegenden Verschmutzungen wie Staub befreit. Hierzu wurde ein feiner Fehhaarpinsel verwendet. Bei diesem Schritt war höchste Vorsicht geboten: Jede Bewegung musste unter besonderer Berücksichtigung bereits gelöster oder instabiler Farbpartikel erfolgen, um einen weiteren Substanzverlust zu vermeiden. Für tiefer sitzende, aber noch trocken lösbare Ablagerungen kamen zusätzlich weiche Trockenreinigungsschwämme zum Einsatz, die den Schmutz sanft banden.

Die feuchte Reinigung und Nachreinigung

Nach der erfolgreichen Trockenreinigung wurden die verbliebenen, fest anhaftenden Oberflächenverschmutzungen durch den gezielten Einsatz von Lösungsmitteln entfernt. Nach umfangreichen Proben erwies sich eine wässrige Lösung unter Zugabe eines milden, nichtionischen Tensids als das am besten geeignete Mittel. Diese Reinigungslösung wurde kontrolliert mit mikroporösen Schwämmen und Wattestäbchen aufgetragen, um den Schmutz Schicht für Schicht zu lösen, ohne die historische Malschicht anzugreifen.

Den Abschluss der Arbeiten bildete eine sorgfältige Nachreinigung mit reinem, destilliertem Wasser. Dieser Schritt stellte sicher, dass sämtliche Tensidrückstände restlos entfernt wurden und die Oberfläche für eine anschließende Festigung oder Firnisnahme optimal vorbereitet war.

Die Beschreibung der Ikone

Das Bild zeigt eine Darstellung der Taufe Christi (auch „Theophanie“ oder „Erscheinung des Herrn“ genannt). Es handelt sich um eines der wichtigsten Motive der christlichen Ikonografie. Hier sind die zentralen Merkmale der Darstellung auf dieser Ikone:

Zentrum: In der Mitte steht Jesus Christus im Jordan.

Johannes der Täufer: Auf der linken Seite (vom Betrachter aus) beugt sich Johannes der Täufer über Christus und legt ihm die Hand zum Zeichen der Taufe auf das Haupt.

Engel: Auf der rechten Seite stehen Engel in ehrfürchtiger Haltung mit verhüllten Händen bereit, um Christus nach dem Bad im Jordan beizustehen.

Göttliche Erscheinung: Am oberen Bildrand erkennt man einen Lichtstrahl oder ein Segment des Himmels, aus dem der Heilige Geist (oft als Taube dargestellt) herabsteigt.

Personifizierung des Jordan: Unten links ist oft eine kleine, hockende Figur zu sehen – dies ist die antike Personifizierung des Flusses Jordan oder des Meeres.