Nach einem Brand stand die Wiederherstellung der vorliegenden Skulptur – einer Anna Selbtritt – im Mittelpunkt. In meinem Kölner Atelier wurde die Holzskulptur konserviert & restauriert.
Brandschäden an der Skulptur – Anna Selbtritt
Die vorliegende Holzskulptur zeigt ein komplexes Schadensbild, das durch die unmittelbare Einwirkung von Hitze und Feuer sowie durch die daraus resultierenden Folgeprozesse entstanden ist. Die gesamte Oberfläche weist eine starke Verschmutzung durch Ruß- und Ascheablagerungen auf, die sich tief in die Poren der Holzsubstanz und der verbliebenen Fassung gelegt haben.
Besonders kritisch sind die teilweise verkohlten Stellen, an denen die Hitze das organische Gefüge des Holzes irreversibel zerstört hat. In diesen Bereichen ist die Substanz extrem instabil und brüchig. Durch die thermische Belastung kam es zudem zu einer massiven Austrocknung des Materials, was zu Spannungen und gelösten Holzteilen führte.
Darüber hinaus zeigt die Skulptur großflächig lose Farbbereiche. Die ursprüngliche Fassung hat durch die Hitzeeinwirkung ihre Bindekraft verloren, wölbt sich stellenweise auf oder blättert bereits ab. Ohne eine sofortige Festigung droht hier ein fortschreitender Verlust der historischen Oberfläche. Diese Kombination aus strukturellen Holzschäden und fragilen Farbschichten macht eine umfassende Konservierung und Wiederherstellung im Kölner Atelier unumgänglich.
Restaurierung der Skulptur
Die Restaurierung der brandgeschädigten Skulptur konzentrierte sich zunächst auf die Abnahme der oberflächlichen Brandrückstände. Die vorsichtige Beseitigung der Rußauflagen erfolgte in einem mehrstufigen Prozess mittels Trocken- und Nassreinigungsverfahren. Um die originale Substanz nicht zu gefährden, wurden hartnäckige, tiefsitzende Verkrustungen im Anschluss kontrolliert mit dem Skalpell mechanisch abgenommen.
Nach der Freilegung der Oberfläche stand die strukturelle Konservierung im Vordergrund. Instabile und lose Fassungsbereiche wurden durch die Injektion von restauratorischen Festigungsmitteln nachhaltig am Bildträger konsolidiert. Für die optische Integrität des Werkes wurden vorhandene Fehlstellen mit einem passgenauen Kreidegrund befüllt und präzise egalisiert.
Den Abschluss der Arbeiten bildete die ästhetische Integration. Die ergänzten Bereiche wurden farblich der Umgebung angeglichen, wobei das Prinzip der Reversibilität gewahrt blieb. Durch diese differenzierte Retusche konnte die Lesbarkeit der Skulptur wiederhergestellt werden, ohne den historischen Alterungsprozess und die wechselvolle Geschichte des Objekts zu überdecken.
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