Restaurierung Wasserschäden

Wassereinwirkung gehört zu den größten Gefahren an Kunstwerken wie: Skulpturen, Gemälden, Ikonen, Möbeln und Holzobjekten. Sie entstehen durch eindringendes Wasser, etwa durch Rohrbrüche, Regenwasser oder Überschwemmungen, wie bei der Hochwasserkatastrophe 2021 in NRW. Auch kleine, unbemerkte Feuchtigkeitsprobleme können langfristig erhebliche Schäden verursachen.

Wasserschäden an Kunstwerken – typische Schadensbilder und Risiken

Allgemeine Folgen von Feuchtigkeit: Schimmel, Materialabbau und Verformung was eine Restaurierung unvermeidbar macht.

Für nahezu alle Kunstwerke besteht nach einem Wasserschaden ein erhöhtes Risiko des Schimmelbefalls. Bereits nach kurzer Zeit (insbesondere bei warmer Umgebung und geringer Luftzirkulation) können sich Schimmelpilze auf organischen Materialien wie Holz, Leinwand, Papier oder textilen Bestandteilen entwickeln. Schimmel verursacht nicht nur optische Beeinträchtigungen (Flecken, Verfärbungen), sondern kann auch zu Substanzverlust führen und stellt zudem ein gesundheitliches Risiko dar.

Darüber hinaus begünstigt Feuchtigkeit:

  • Quellungen und Schrumpfungen (insbesondere bei Holz und Leimverbindungen)
  • Rissbildungen durch Trocknungsspannungen
  • Salz- und Schmutzeinträge bei Hochwasser (besonders kritisch)
  • Korrosion an Metallteilen (z. B. Nägel, Beschläge, Scharniere)

Wasserschäden an Möbeln und Holzobjekten – Restaurierung von Furnieren und Verbindungen

Bei Möbeln, Holzobjekten und Holzskulpturen treten Wasserschäden häufig sowohl an der Oberfläche als auch in der Konstruktion auf. In der Restaurierung sind diese Schäden besonders relevant, weil Holz stark hygroskopisch reagiert und Feuchtigkeit tief in die Struktur eindringt. Typische Schäden, die eine Restaurierung erforderlich machen, sind:

  • Lose oder abstehende Furniere, da Leime durch Feuchtigkeit quellen oder ihre Bindekraft verlieren
  • gelöste Holzverbindungen (z. B. Zapfen, Dübel, Rahmenkonstruktionen), die im Rahmen der Restaurierung stabilisiert werden müssen
  • Verzug und Verformung durch ungleichmäßige Feuchteaufnahme
  • Vergraute oder fleckige Oberflächen, insbesondere bei offenporigen Hölzern
  • Rissbildung und Schüsselung nach dem Trocknungsprozess
  • Aufquellen von Holzbestandteilen, was zu Passungsverlusten und Instabilität führt

Besonders problematisch bei einer Restaurierung ist, dass historische Möbel häufig mit tierischen Leimen, Kreidegründen und empfindlichen Oberflächenfassungen aufgebaut sind. Diese reagieren auf Wasser wesentlich sensibler als moderne Materialien.

Wasserschäden an Gemälden, Ikonen und Rahmen

Bei Gemälden, Ikonen und gefassten Rahmen führt Feuchtigkeit oft zu Schäden in den Schichtsystemen. Diese Kunstwerke bestehen aus mehreren übereinanderliegenden Materialschichten (Träger, Grundierung, Malschicht, Firnis, ggf. Vergoldungen), die unterschiedlich stark auf Wasser reagieren. Dadurch entstehen Spannungen, Ablösungen und Substanzverluste.

Wesentliche Wasserschäden sind:

  • Gelöste Farbstellen (Malschichtablösungen bis hin zu Fehlstellen)
  • Ablösungen der Grundierung (Kreide-/Leimgründe verlieren Haftung)
  • Schäden am Firnis, z. B. Erblindung, Trübung oder klebrige Oberflächen
  • Schäden an Gold und Vergoldungen, etwa Mattwerden, Abhebungen oder Unterwanderung
  • Gequollene Holzbestandteile, insbesondere bei Tafelbildern und Rahmen (Verzug, Rissbildung)

Gerade bei Ikonen oder polychrom gefassten Rahmen kann Feuchtigkeit außerdem zu Migration von BindemittelnVerfärbungen oder Fleckbildung führen.

Warum Wasserschäden schnell zum Restaurierungsfall werden

Wasser ist in der Konservierung deshalb so kritisch, weil es nicht nur „nass macht“, sondern Strukturen destabilisiert. Viele historische Kunstwerke sind aus organischen Materialien aufgebaut, die Feuchtigkeit speichern. Wird ein Objekt anschließend unkontrolliert getrocknet, entstehen häufig zusätzliche Schäden, etwa durch Schrumpfung, Spannungen und Abplatzungen.

Aus restauratorischer Sicht ist daher entscheidend:

  • schnelle Schadensaufnahme
  • kontrollierte Trocknung
  • Schimmelprävention
  • fachgerechte Stabilisierung von Fassungen, Furnieren und Malschichten

Wasserschäden können unter bestimmten Umständen über eine Versicherung abgedeckt sein. Hier finden Sie weitere Informationen hier…

Bund der Versicherten
Verbraucherzentrale
Wikipedia