Die Schellackpolitur von Hand – Mike Beer Restaurator M.A. mit Sitz in Köln

Das Produkt Schellack für die Schellackpolitur
Schellack ist ein Harz, welches aus dem Sekret der Lackschildlaus gewonnen wird (Wikipedia).
Schellack wird im Handel als Schellack-Plättchen in verschiedenen Farbnuancen angeboten und in Alkohol gelöst.
Verarbeitungszeit des Schellacks
Die Hauptverarbeitungszeiten von Schellack waren Klassizismus, Biedermeier, Historismus und Jugendstil.
Eine weite Verbreitung erfuhr die Schellackpolitur erst nach dem 18. Jahrhundert.
Die Schellackpolitur ist eine der anspruchsvolleren Oberflächentechniken für Möbel und erfordert einen hohen Arbeitsaufwand. Durch die Handpolitur wird eine Oberfläche geschaffen, die an Schönheit nicht zu übertreffen ist und die Tiefenwirkung der Holzmaserung in einem besonderen Maße hervorhebt, und verleiht Möbelstücken zeitlose Eleganz, Wärme, Charakter sowie handwerkliche Exzellenz.
Schellackpolitur in der Restaurierung/Konservierung
Jedoch wird bei einer Restaurierung in den seltensten Fällen eine neue Schellackpolitur notwendig. Ein Reinigen, Überpolieren oder Regenerieren der Schellack-Oberflächen ist in der Regel ausreichend. Die wesentlichen Arbeitsgänge einer Schellackpolitur / Handpolitur sind:

Einlassen mit Schellack:
Das Einlassen soll für den weiteren Aufbau der Schellackpolitur eine sichere Haftung schaffen. Stark verdünnter Schellack wird mit einem Leinenballen/Pinsel mehrmals aufgetragen.

Porenfüllen mit Bimsmehl:
Beim Porenfüllen werden die Holzporen mit Bimsmehl verschlossen und eine glatte und nicht absinkende Oberfläche geschaffen. Dieser Vorgang wird in der Regel zwei bis dreimal durchgeführt.

Grundpolieren:
Beim Grundpolieren wird mit stark verdünnter Schellackpolitur gearbeitet, um die erste gleichmäßige Oberfläche zu schaffen. Beim Grundpolieren wird ein wenig Bimsmehl zugegeben, um die noch offenen Poren zu schließen. Das Grundpolieren wird in mehreren Schichten ausgeführt, bis man eine gleichmäßig polierte Fläche erhält.

Deckpolieren:
Beim Deckpolieren wird mit nicht mehr so stark verdünntem Schellack gearbeitet und damit die eigentliche Oberfläche geschaffen. Unter Verwendung von geringen Öl- und Bimsmehlzugaben wird so lange poliert, bis die Hochglanzfläche fertig ist.

Auspolieren:
Beim Auspolieren wird die Fläche geklärt, gehärtet und von vorhandenen Ölresten, welche sich noch auf der Oberfläche befinden, befreit.